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Die Rückseite des Lichts

23.50 

Niemand kann stets das Licht sein, nicht einmal Guruji. Wie aus dem Nichts taucht er in Frankreich auf, begleitet von seinen drei Frauen. Binnen kurzem folgen ihm Viele, denn ist er nicht ein Erleuchteter?

Als Guruji in Frankreich ankommt, liegt seine Vergangenheit in mystischem Dunkel. Bei ihm sind seine Ehefrau Gobinda, seine Geliebte Shivani sowie Dev Sharan, seine persönliche Ärztin. Die Frauen bilden den inneren Kreis des Gurus, der Atmadevi Yoga in den Westen bringen will. Guruji wird als erleuchtet betrachtet.
Er hat Charisma, ist attraktiv und strahlt ein inneres Licht aus. Die schnell wachsende Gemeinschaft lässt sich bei Aix-en-Provence nieder, erwirbt eines der leer stehenden Schlösser und macht es bewohnbar. Immer mehr Anhänger pilgern dorthin, größtenteils Frauen. Sie wetteifern um die Gunst des Meisters.
Gurujis treue Gefolgschaft verbreitet seine Lehren wie eine heilige Botschaft. Das Guru-Business läuft wie geschmiert.
Selbst Guruji hat fast schon vergessen, wer er ist …
Einige Jahre später wird Amrit geboren, die einer kurzen Liaison Shivanis mit einem Wander-Yogi entstammt. Als sie Teenager ist, kommt es zu einer Tragödie. Das ruft Aurora, die Tochter Dev Sharans, auf den Plan. Sie will alles schonungslos aufdecken. Wie loyal sind Gurujis Frauen? Bringen sie sein Imperium Gurujis zum Einsturz? Und was bliebe, wenn ein Guru fiele?

Eine Geschichte über Verführung und Hingabe, Macht und Missbrauch, über Liebe und Gemeinschaft, Schuld und Befreiung.

Nach „Lektionen des Herzens“ der neue große Yogaroman von Kerstin Leppert.

Bibliografische Angaben:
Titel: Die Rückseite des Lichts
Erscheinungsdatum: 15. September 2024
Auflage: Neuerscheinung
Preise: 23,50 EUR
Seiten: 372 Seiten
Produktform: Hardcover, Schutzumschlag, Lesebändchen
ISBN: 978-3-947404-46-9

2 Bewertungen für Die Rückseite des Lichts

  1. Caroline Schmidt-Gross (Verifizierter Besitzer)

    Caroline Schmidt-Gross

    Du interessierst dich für Yoga – hast dich aber immer schon gefragt, was es mit all den Gurus auf sich hat, die diese meditative Bewegungskunst in den Westen gebracht haben? Dann findest du hier eine Antwort.

    Der neue Roman „Die Rückseite des Lichts“ von Kerstin Leppert schaut humorvoll aber auch ernsthaft kritisch auf Guruji aus Indien, der nach Frankreich zieht, um dort in einem Schloss seine rasant wachsende Anhängerschaft auf den Pfad der Erleuchtung zu führen. Mit im Gepäck drei Frauen, die ihm bedingungslos folgen. Doch dann verschieben sich die Dinge.

    Guruji ist zunehmend angeödet von all den heiligen Botschaften. Viel mehr fragt er sich an seinem 60. Geburtstag, ob er lieber eine Rolex oder Patek Philippe kaufen sollte – oder noch besser beide? Gleichzeitig stößt eine der heranwachsenden Töchter im Clan auf Ungereimtheiten.

    Der Roman ist unbedingt empfehlenswert, weil die Geschichte beeindruckend glaubwürdig erzählt wird. Zudem findet sich zwischen den Zeilen locker eingewoben, viel fundiertes Wissen über die Philosophie und Weisheit des Yoga.

  2. Helmut Mathar (Verifizierter Besitzer)

    Helmut Mathar

    Nicht jede und jeder kann ein Guru sein
    „Ein Guru ist jemand, der zu allen Zeiten in den Tiefen des Selbst weilt. Er sieht niemals einen Unterschied zwischen sich und anderen und ist frei von der Vorstellung, er sei der Erleuchtete und Befreite, während die anderen um ihn herum in Bindung und in der Dunkelheit lebten.“ Diesen Satz von Ramana Maharshi hat Kerstin Leppert ihrem neuen Yogaroman voran gestellt. Wie schwer es doch sein muss, diesen Anforderungen gerecht zu werden!

    Der Roman handelt von einem in seiner Heimat, Frankreich, gescheiterten Jugendlichen, der fluchtartig die Ferne sucht und schließlich in einem Ashram in Indien landet. Dort trifft er im Leiter des Ashrams einen außergewöhnlichen Menschen, der um sich selbst kein Aufheben macht, der allein durch seine Präsenz alle in seinen Bann zieht und in Liebe umhüllt. Er sei ein Erleuchteter, sagen seine Anhänger. Die wahren Gurus hätten es nicht nötig, sich als solche zu präsentieren. In der Nähe dieses Gurus fühlt sich auch unser Neuankömmling zutiefst geliebt. Er blickt ehrfürchtig zu seinem neuen Vorbild und wird zu seinem eifrigen Schüler, bis dieser stirbt. Gegen den Widerstand anderer ernennt er sich zum Nachfolger, nennt sich nun Guruji. Doch charakterliche Defizite lassen sich nicht durch ‚Fake it, until you make it‘ ausgleichen, auch wenn der Ashram unter seiner Leitung wächst und die von ihm propagierte neue Yogarichtung, die er von seinem Vorgänger übernommen hat, sich erfolgreich vermarkten lässt. Schließlich ist auch sehr, sehr viel Gutes in ihr enthalten!

    Der Roman schildert die Entwicklung des Ashrams, seine Überführung nach Frankreich und den weiteren Entwicklungsprozess, bis schließlich aufgrund von Missbrauchsvorwürfen alles auffliegt. Nun geht es darum, wie mit diesem Fiasko umzugehen ist, ob sich Gutes bewahren und retten lässt, in etwas Neues übergeführt werden kann.

    Thematisch geht es in diesem Roman neben Yoga und Spiritualität auch um Ausübung von Macht, Abhängigkeit, Doppelmoral, Unterwürfigkeit und Missbrauch. Beeindruckend finde ich, wie differenziert auch die Sicht des Möchtegern – Gurus geschildert wird. Zum einen genießt er es, von anderen bewundert zu werden, sie gegenseitig auszuspielen, wie sich alle nach ihm richten und er sich alle Sonderrechte (Promiskuität, Reichtum, …) nehmen kann. Zum anderen empfindet er es als schwere Bürde, in den Augen seiner Anhänger ein Erleuchteter zu sein. Tiefgründig finde ich auch, wie immer wieder auf ein zentrales menschliches Bedürfnis verwiesen wird, das derartige Machtstrukturen und Missbrauch erst möglich macht: Das Bedürfnis, Teil einer besonderen Gruppe mit einer besonderen Mission zu sein und als Teil einer solchen Gruppe einen eigenen Beitrag (seva) leisten zu können. Hinzu kommt sicher die unbewusste menschliche Sehnsucht nach einer guten Herrscherin oder einem guten Herrscher, an die man Verantwortung abtreten kann, auch wenn dieser Aspekt meist verdrängt oder nicht zugegeben wird.

    Mich fasziniert an diesem Roman, wie sowohl die spannungsreiche Rahmengeschichte als auch die verschiedenen Themen aus der Perspektive der einzelnen Charaktere geschildert werden. Wir können in ihr Innenleben schauen, ihre tiefsten Gefühle und Gedanken erleben und sogar ihre Tagebücher lesen. Wir sehen, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt und dass in jeder Person miteinander konkurrierende innere Stimmen sind. „Ich bin viele“, dieser therapeutische Slogan, könnte für jede Figur dieses Romans gelten.

    Mich spricht auch an, wie immer wieder spirituelle Weisheiten in den Roman eingeflochten sind. Etwa, wenn eine Anhängerin reflektiert, warum etwas Schlimmes passiert ist: „Ich wusste, dass ich nichts tun konnte, denn wir spielten eine Rolle, erlebten sie nach. … Wir schauten zu, wie unsere Seelen wie Marionetten an Schnüren hingen und geführt wurden. Und gleichzeitig taten wir … unser Bestes, im Wissen, dass wir nur zuschauten. Das war das große Paradox des irdischen Lebens.“ Oder „Es gibt keine Zufälle. Alles ist so gewollt.“ An anderer Stelle führt jemand aus, dass „wir Seelen in menschlichen Körpern sind, um menschliche Erfahrungen zu machen“ und „dass nicht wir es sind, die etwas tun, sondern dass wir nur erleben, was Gott mit uns tut.“
    Beim Lesen dachte ich oft an einen zentralen Satz aus der Ethik von Aristoteles (384 – 322. V. Chr.), an dessen Richtigkeit ich glaube: „Menschen handeln immer um des Guten Willen.“ Dies spiegelt sich in den Handlungen der Romanfiguren wider, die, wie wir alle, nach unterschiedlichen Aspekten des Guten streben. Schön finde ich, dass am Ende dieses spannenden, intelligenten und spirituellen Yogaromans die Hauptcharaktere einen gemeinsamen Weg finden und der in Ungnade gefallene Guru an einem seiner Leitsätze festhält: „Was immer ihm geschickt würde, er würde daran wachsen.“

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